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von 10 Uhr bis 18 Uhr im MMK.
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Anmeldung bis zum
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Bilder vom Haus
Geschichte des Hauses

Das Museum Moderner Kunst - Wörlen ist nicht nur als Ausstellungsforum für wechselnde Präsentationen zur Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts von Bedeutung, sondern auch hinsichtlich seiner gewachsenen historischen Bausubstanz. Durch die aufwendige Sanierung des im wesentlichen im 16. Jahrhundert entstandenen Gebäudekomplexes zählt das Museumsgebäude heute zu den am besten erhaltenen Baudenkmälern Passaus. Entdecken Sie auf Ihrem Rundgang Zeugnisse der Architektur vom Mittelalter über die Neuzeit bis hin ins 20. Jahrhundert.


Historischer Abriss


Das Anwesen Bräugasse 17 war vermutlich ein Priesterhaus des ehemals gegenüberliegenden Benediktinerinnenstifts Niedernburg, das kurz nach Bistumsgründung 739 entstanden ist.
Das Haus beherbergte wahrscheinlich präbentierte Stiftskapläne, die für die Seelsorge der Nonnen zuständig, jedoch nicht im Kloster selbst untergebracht waren. Für eine Verbindung des Gebäudes zum Kloster sprechen diverse bauliche bzw. archäologische Befunde, wie etwa der Fund dreier Skelette im aufgefüllten Bodenbereich des jetzigen Museumscafés  (es handelte sich um Hausbestattungen), das Vorhandensein eines noch im Ansatz bestehenden Verbindungsgangs zum Kloster sowie (aller Wahrscheinlichkeit nach) einer Kapelle. Nachdem das Stift im Jahre 1807 im Zuge der Säkularisation aufgelöst wurde, endete auch die Tätigkeit der Klosterpfarrer und sie zogen aus dem Haus, welches sich wahrscheinlich schon seit 1767 (ganz oder teilweise) in privatem Besitz befand, aus.
Nach 1870 wurden die Räume durch zahlreiche Umbauten zu Wohnungen umfunktioniert, die bis in unsere Zeit überdauerten. Durch die sorgfältige Sanierung des Hauses in den Jahren 1988 - 1990 konnten die alten Raumstrukturen zurückgewonnen und die erhaltene historische Substanz bewahrt werden. Im Juni 1990 schließlich wurde der Gebäudekomplex seiner heutigen musealen Nutzung übergeben.


Rundgang durch das Museumsgebäude

Auf dem Terrain des Museumsgebäudes befanden sich ursprünglich vier einzelne Häuser, die in ihren Grundmauern heute noch erhalten sind. Wenn Sie von der Bräugasse durch den Haupteingang das Museum betreten, befinden Sie sich zunächst im Bereich der früheren Durchfahrt, welche die vier Ursprungsbauten erschloß und zum gemeinsamen Innenhof führte. Links vom Eingang, im heutigen Kassen- und Garderobenbereich befindet sich der älteste Gebäudeteil. Im Gegensatz zu den anderen drei Häusern, die in ihrer Substanz aus gotischer Zeit stammen, beinhaltet dieses romanische bis spätromanische Bauelemente.

Einige Stufen tiefer im heutigen Untergeschoss des Museums liegt das nächste Haus:  Dessen zweischiffiges und dreijochiges Kreuzgratgewölbe ruht auf vier Pfeilern - zwei freistehend in der Mitte, zwei an den Wänden. Bauliche Befunde und urkundliche Belege ließen die vorsichtige Annahme aufkommen, es könnte sich bei diesem Raum um eine Kapelle handeln. Ein kurzer Schritt hinaus auf die Donaupromenade, erlaubt Ihnen die Nordfassade des Museumskomplexes in ihren ganzen Ausmaßen zu erfassen. Wieder zurück im Museumsgebäude gelangen Sie links in das dritte Haus, einen kleineren Raum gotischen Stils, der vom Café Museum genutzt wird ebenso wie der vierte Gebäudeteil des Ensembles. Noch heute ist dieser von dem gotischen Kreuzgratgewölbe und dem oktogonalen Granitpfeiler in der Raummitte geprägt.


Im ersten Stockwerk stammen die Deckenstuckierung sowie die beiden wuchtigen "Passauer Decken" (Bohlen-Balken-Decken mit Mitteltram, ausschließlich mit Holznägeln und -keilen verbunden) aus der Zeit des Barock. Vor allem in dieser Etage wird an den teilweise sehr dicken Mauern und den Höhenunterschieden zwischen den einzelnen Räumen das nachträgliche Entstehen des Hauses aus vier selbständigen Gebäuden sichtbar. Beim Umbau entdeckte Reste barocker Wandmalerei wurden nicht freigelegt, da sie in der jetzigen musealen Nutzung eher stören würden. Ins zweite Obergeschoss gelangen Sie über den zentralen Treppenaufgang, der wie auch die Arkadengänge in klassizistischer Zeit gestaltet wurde.

Der Lichthof, auf den Sie nun von der Brüstung aus einen wunderbaren Blick haben, stellt mit seiner hohen Laterne und dem verzierten Deckenspiegel das Herz des Hauses dar. Durch den Lichteinfall von oben nach unten verleiht er - auch bei künstlicher Beleuchtung - den Geschossen verschiedene Stimmungen. Von den stuckierten Arkadenfluren betreten Sie teils durch herrliche Barocktüren mit fein verzierten Renaissancebeschlägen die einzelnen Ausstellungsräume. Diese sind geprägt durch den klassizistischen Umbau, bei dem das Deckenniveau an der Nordseite um einen halben Meter angehoben wurde. Stuckierte Decken und aufwendig restaurierte Fichtenholzfußböden vervollständigen die noble Ausstrahlung der "Bel Etage", von der aus Sie im übrigen einen wunderbaren Blick über die Donau zur Veste Oberhaus haben.



Zwischen zweitem Stock und ausgebautem Dachgeschoss befindet sich eine Freitreppe, die sich als erkennbare Neukonstruktion aus eisernen Walzprofilen und einem längs durchgeschnittenen Hartholzstab harmonisch in die historische Bausubstanz einfügt. "Alte" Architektur bildet so eine faszinierende Symbiose mit "neuen" Bauelementen und den Exponaten der modernen und zeitgenössischen Kunst.

Nach Verlassen des Museums lohnt sich ein abschließender Blick zurück: Reizvoll wirkt der Gegensatz zwischen der engen Gasse und der großflächigen Fassade, deren fein aufeinander abgestimmten Weiß- und Grautöne zusammen mit den fassadenbündigen Kastenfenstern mit Sprossenteilung - typisch für die sog. Inn-Salzach-Bauweise - den repräsentativen Charakter des Gebäudes unterstreichen.
    
Weitere Informationen zum Museum Moderner Kunst - Wörlen entnehmen Sie bitte unserer Hausbroschüre , die wir Ihnen gerne gegen eine Schutzgebühr von € 2,50- zusenden.

 
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