Das Architekturforum Passau feiert in diesem Jahr sein 20jähriges Bestehen. Anlässlich dieses Jubiläums präsentiert die Passauer Architektenvereinigung im Museum Moderner Kunst die Ausstellung „Die Böhms – Ein Jahrhundert Architektur und Kunst“.

Nach der Präsentation „Baukunst aus Raum und Licht – Sakrale Räume in der Architektur der Moderne“ im Jahr 2012 ist diese Schau das zweite Projekt, das vom Architekturforum Passau und vom Museum Moderner Kunst Wörlen gemeinsam realisiert wird. Erneut geht der Blick von den Anfängen der modernen Baukunst bis in die unmittelbare Gegenwart, auch der Sakralbau bildet einen bedeutenden Aspekt in der Ausstellung.

Die Schau stellt drei Generationen der Architektenfamilie Böhm vor, beginnend mit dem als Kirchenbauer berühmt gewordenen Dominikus Böhm (1880-1955), gefolgt von Gottfried Böhm (*1920), dem ersten deutschen Architekten, der mit dem Pritzker-Preis ausgezeichnet wurde, und dessen vier Söhnen Stephan (*1950), Markus (*1953), Peter (*1954) und Paul (*1959).

Dem Besucher wird eine Architekten-Dynastie präsentiert, die über 100 Jahre das Bauen in ihrer Zeit entscheidend geprägt hat. Der Überblick offenbart dabei eine Vielfalt an Fähigkeiten, die über die Entwurfstätigkeit eines Architekten und das Realisieren eines Bauprojekts weit hinausgehen. Die Böhms zeichnen sich über die Generationen hinweg durch hohe bildkünstlerische Talente aus, die von der Bildhauerei über die Malerei zur Designkunst reichen. Von besonderer Bedeutung ist die ausgeprägte zeichnerische Begabung aller Böhms, die faszinierende Blätter entstehen lassen. Diese Zeichnungen dienen nicht ausschließlich konkreten architektonischen Projekten, sondern bieten auch Raum für utopische Architekturphantasien. Die Ausstellung präsentiert daher gleichermaßen Exponate aus dem Alltag des Architekten wie eigenständige Kunstwerke. Viele der gezeigten Arbeiten wurden noch nie in der Öffentlichkeit vorgestellt.

In Kooperation mit TANO, Treffpunkt Architektur in Niederbayern und Oberpfalz der Architektenkammer Bayern, wird diese Ausstellung an weiteren Orten in Bayern gezeigt.


                                     


   

Dominikus Böhm, St-Engelbert in Köln-Riehl, 1930-32 und Gottfried Böhm, Wallfahrtsdom von Neviges, 1966-68 

        

Paul Böhm, Zentralmoschee in Köln-Ehrenfeld, 2009 und Elisabeth Böhm, Theater Stuttgart, 1984

    

Stephan Böhm, Rui Dong Tower I in Nanning, China, 2005 und Peter Böhm, Skizze Hochschule für Fernsehen und Film in München, 1999

Die Ausstellung wird gefördert von: